Nicht einsam - gemeinsam gegen Sozialabbau
30. Jul 2010
 
Texte

Der »Zug der Tagelöhner« erreicht Berlin


Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, mit ihrer persönlichen Anwesenheit unseren Protest zu unterstützen.

Der »Zug der Tagelöhner« erreicht am Mittwoch gegen 14 Uhr sein Ziel Berlin, wo er am Brandenburger Tor begrüßt wird. Weitere Stationen: 15 Uhr, Treppe vor dem Reichstagsgebäude; 16 Uhr: Abschlussdebatte in der Berliner Passionskirche „Heilig-Kreuz“.
Auf unserer Tour haben wir die Bürgerinnen und Bürger befragt, welche Wünsche und Forderungen sie uns an den Bundestag mitgeben möchten und gebeten, diese aufzuschreiben. Diese Liste ist lang geworden! Neben Forderungen für eine humanere Arbeitswelt, die statt Profitinteressen den Menschen dient, umfasst sie alle Bereiche des täglichen Lebens. Diese Forderungsrolle werden wir vor dem Reichstag an Halina Wawzyniak, Mitglied des Bundestages übergeben.
Anschließend fahren wir zur Berliner Passionskirche „Heilig-Kreuz“, Zossener Straße 65, wo gegen 16 Uhr die Abschlussveranstaltung stattfindet. Wir laden gemeinsam mit unseren Berliner Bündnispartnern alle Interessierten zu einer offenen Gesprächsrunde mit uns ein.


Hier nun die Impressionen von den ersten Stationen unseres Zuges aus Luckenwalde, Jüterbog, Finsterwalde, Eisenhüttenstadt, Schwedt, Angermünde und Eberswalde.

1.Tag: Montag 19. Juli: Die erste Station der Tagelöhner - die ARGE Luckenwalde. Hier meldeten sich die "Kunden" dieser Behörde für die zehntägige Tour durch Brandenburg zwecks Arbeitssuche ab.
Hintergrund: Hartz-IV-Empfänger müssen jede Ortsabwesenheit bei ihrer zuständigen Behörde anmelden, bzw. sich genehmigen lassen. Die Tagelöhner prangerten diese entwürdigende Praxis unter großem medialen Interesse an (siehe auch Bilder 2 und 3).



Noch am selben Tag, Ankunft in Jüterbog auf dem Marktplatz. Auch hier waren Presse und verschiedene Organisationen erschienen. Die Betroffenen haben wir allerdings vermisst.

Bild 4: Frontfahrzeug vor dem Rathaus.



2.Tag: Dienstag 20. Juli, 3. Station: Finsterwalde:
Kern des Programms auf dem Finsterwalder Marktplatz war eine Podiumsdiskussion, zu der der Verein "Soziale Offensive Finsterwalde e.V." eingeladen hatte. Leider waren viele Podiumsgäste, zum Teil ohne jegliche Rückmeldung ferngeblieben. Vor allem die Vertreter aus der regionalen Wirtschaft haben wir vermisst. So diskutierten im Podium als Gewerkschaftsvertreter Frank Ernicke von der IG-Metall, Frau Leis von der Caritas Finsterwalde und Michael Maurer, Tourteilnehmer vom "Verein für soziale Selbstverteidigung e.V." aus Jüterbog mit dem Publikum über die Zukunft unserer Arbeitswelt.
Mitorganisatoren der Finsterwalder Veranstaltung waren die örtliche Gewerkschaft, insbesondere der "Gewerkschaftliche Erwerbslosen-Arbeitskreis Südbrandenburg" (GELA) und der Kreisverband DIE LINKE Elbe-Elster.


3.Tag: Mittwoch 21. Juli, Cottbus.
"An der Stadt Cottbus sollten wir nicht einfach vorbeifahren" entschloss sich der Tagelöhnerzug spontan und bog ins Stadtzentrum ab. Die vielen interessanten Gespräche mit den Passanten bestätigten die Richtigkeit dieser Entscheidung (auch Bilder 7 und 8).
"Hallo, also ihr seid die fahrenden Tagelöhner" und "ihr seid doch in Cottbus gar nicht angekündigt, toll dass ihr trotzdem da seid", diese Popularität erstaunte und erfreute uns!



Abfahrt zum nächsten Ziel nach Eisenhüttenstadt.


4.Tag: Donnerstag 22. Juli, Eisenhüttenstadt: Nach Ankunft am Abend vorher fand am Donnerstag in Eisenhüttenstadt unsere Aktion vor dem Amt für Grundsicherung und Beschäftigung, gemeinsam mit dem Bündnis "Montagsdemo Eisenhüttenstadt" und mit Vertretern der Gewerkschaft BAU statt. Bei den Gesprächen mit den Hartz-IV-Betroffenen wurde, wie auch auf den Stationen zuvor, Infomaterial vereilt, Unterschriften und Bürgermeinungen z.B. auf unserer Forderungsrolle gesammelt.



Am Nachmittag machte der Zug der Tagelöhner auf dem Schwedter Marktplatz halt, wo er von den dortigen Bündnispartnern empfangen wurde.



5.Tag: Freitag 23. Juli, Angermünde: Nach der Übernachtung in Schwedt führte der Weg vor das Grundsicherungsamt in Angermünde, wo mit der Angermünder Bürgergemeinschaft gegen Sozialabbau ein "Sklavenmarkt" veranstaltet wurde. Bei dieser Aufführung wurden erwerbslose Arbeitskräfte "versteigert". Begeistert über die günstigen Konditionen nahmen Firmenchef und Privatbürger die feilgebotenen Arbeitskräfte in Augenschein. Begeistert war auch der Verleiher, der zu Lasten der Arbeitskräfte kräftig mitverdiente. Widerspruch regte sich anfangs nur von Seiten des Gewerkschaftsvertreters, bis, ja bis letztendlich die Geschäftemacherei platzte, weil die Lohnsklaven aufbegehrten und streikten.
Nur ein schöner Traum?!



Anschliessend ging es weiter nach Eberswalde, wo die zweite Veranstaltung dieses Tages stattfand.






Verfasst von Michael am Samstag, 24. Juli 2010 (107 Aufrufe)
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Texte Wenn schon die Bundesregierung das Jahr 2010, zum europäischen Jahr des Kampfes "Gegen Armut und soziale Ausgrenzung" erklärt, wollen wir uns nicht vor diesem Kampf drücken.

Die Soziale Bewegung Land Brandenburg (SBB) veranstaltet unter der Trägerschaft des Förderverein SBB e.V., eine Aktion zum Thema "Zunahme von unsicheren Arbeits- und Lebensverhältnissen", mit dem Titel

Zug der Tagelöhner

Vom 19.07.2010 bis 28.07.2010

Wir sind vom Sozialabbau betroffene Menschen, deren Stigmatisierung seit Jahren betrieben wird und die es satt haben ständig gegeneinander ausgespielt zu werden.

Diese Aktion soll eine breite gesellschaftliche Diskussion befördern. Deshalb wünschen wir uns, dass sich möglichst viele von der Thematik betroffene Organisationen an der Aktion beteiligen. Wir würden uns über begleitende Aktionen und Veranstaltungen z.B. Infostände, Podiumsdiskussionen, Tribunale oder ähnliches, aber auch finanzielle Unterstützung sehr freuen.

Wir laden alle Organisation, einschließlich deren Untergliederungen, ganz herzlich zum Mitmachen ein.

Nachdem die SBB in den Jahren 2005 bis 2009 in Städten wie Jüterbog, Brandenburg a.d.H. und Potsdam zu jährlichen zentralen Demonstrationen gegen Sozialabbau aufgerufen hat, soll in diesem Jahr mit dem „Zug der Tagelöhner“ buchstäblich ein anderer Weg gegangen werden. In Zeiten, wo Mobilität mehr und mehr zum Privileg wird, sollen nicht die Betroffenen reisen müssen, sondern die SBB will mit einer Tour durch Brandenburg zu den Menschen kommen und in verschiedenen Orten Station machen.

Wir wollen keinen, mit Flaggen und Losungen von verschiedensten Organisationen drapierten „Protestzug“, sondern das Erscheinungsbild des Zuges soll umherziehenden, nach Arbeit suchenden Wanderarbeitern, ähnlich zu Zeiten der „Großen Depression“ entsprechen.

Unterwegs werden in Ortschaften Pausen eingelegt, wo das Leben der entwurzelten Familien weitergehen muss. Es wird Wäsche gewaschen und zum Trocknen aufgehängt, Suppe gekocht und gegessen. Die Männer suchen derweil bei Gewerbetreibenden und Betrieben Arbeit, oder fragen nach, ob sie wenigstens für ein paar Euro die Straße fegen dürfen.

Die örtlichen Initiativen organisieren Programme. Geplant sind die verschiedensten Veranstaltungen, wie Gesprächsrunden, Workshops, Podiumsdiskussionen, Infostände, theatralisch-, kabarettistische Aktionen und Suppenküchen. Es werden auch lokale Themen aufgegriffen.

Wir wollen den Menschen unterwegs, die zunehmende Dehumanisierung der Arbeitswelt bildhaft vor Augen führen und damit die öffentliche Debatte forcieren. Die Brandenburgweite öffentliche Wahrnehmung des „Zugs der Tagelöhner“, soll mit ihren Informations- und Gesprächsangeboten langfristig dazu beitragen Vorurteile zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen abzubauen und zunehmenden Entsolidarisierungstendenzen, insbesondere zwischen Erwerbslosen und Erwerbstätigen, entgegenwirken.
Stationen des Zuges
  • Mo. 19.07. - Luckenwalde
    11:00 Uhr vor der ARGE -
    Jüterbog
    12:30 Uhr Marktplatz

  • Die. 20.07. - Finsterwalde

  • Mi. 21.07. - Eisenhüttenstadt

  • Do. 22.07. - Schwedt
    16:00 Uhr Platz der Befreiung

  • Fr. 23.07. - Angermünde
    08:00 Uhr Grundsicherungsamt -
    Eberswalde
    12 Uhr Marktplatz

  • Sa. 24.07. -

  • So. 25.07. -

  • Mo. 26.07. - Brandenburg an der Havel

  • Die. 27.07. - Potsdam
    16:00 Uhr Brandenburger Tor

  • Mi. 28.07. - Berlin
Fehlende Uhrzeiten und Örtlichkeiten werden noch ergänzt.
IG-Metall fordert Grenzen für Leiharbeit
(Agenturmeldung v. 29.06.2010) Quelle: dts (Stand: 04.07.2010)

Wenn Leiharbeit für manche, von Lohnarbeit abhängige, Menschen erstrebenswert ist, dann wenigsten zum gleichen Lohn wie die so genannten Festangestellten. Leiharbeit sollte aber, im Gegensatz zur derzeitigen Praxis, die Ausnahme sein.

Doch die arbeitsmarktpolitische Realität, die von den letzten Bundesregierungen gefördert wurde, sieht leider anders aus. Das Zusammenspiel von Arbeitsmarkt- und "Hartz"-Politik, macht aus Deutschland ein Niedriglohnland.

Weshalb der Zug der Taglöhner auch ein

Zug der Hungerlöhner

ist.
Wir haben das Vertrauen in die gesellschaftlichen Großorganisationen, die unsere Interressen vertreten sollen, verloren. Wir wissen das wir unsere Interressen selbst vertreten müssen. Wir rufen alle demokratisch gesinnten Menschen auf, von ihrem, im Grundgesetz verbrieften Recht des Protests Gebrauch zu machen und sich dem Zug der Tagelöhner anzuschließen.
Noch vor zehn Jahren ragten unsichere Arbeitsverhältnisse wie Bohrinseln aus der Flächentariflandschaft. Das existenzsichernde Lohnarbeitsverhältnis war die Norm, unsichere Arbeitsverhältnisse bildeten den Rand der KernarbeiterInnenschaft. Mittlerweile sind über sieben Millionen Menschen zur Annahme unsicherer Arbeitsverhältnisse gezwungen worden.

Mit welcher Rasanz sich die Verhältnisse umgedreht haben, verdeutlicht folgende Statistik: Seit 1991 hat sich der Sektor prekärer Arbeitsverhältnisse (Teilzeit- und Gering Beschäftigte) um über 80 % ausgeweitet, während im selben Zeitraum die Vollzeit-Arbeitsplätze um ca. 20 % ›abgebaut‹ wurden.
[ Quelle: Wolf Wetzel ]


Da wir im Vergleich zu Lobbyorganisationen wie z.B. der "Arbeitgeberverband Gesamtmetall", über keine finanziellen Mittel verfügen,
bitten wir um Spenden.

Wir freuen uns über jeden, auch noch so kleinen Betrag.
  • Konto-Inhaber: Förderverein SBB
  • Institut: VR Bank Lausitz eG
  • BLZ: 180 626 78
  • Kto.Nr.: 333190
  • Betreff: Zug der Tagelöhner
Hier können Sie unseren Flyer als >>>PDF-Dokument<<< herunterladen.
Wir bitten um Verbreitung in Ihrem Bekanntenkreis


Zur Einstimmung


Verfasst von Michael am Montag, 21. Juni 2010 (279 Aufrufe)
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Jüterbog-Kommentar "Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen."
(Multimilliardär Warren E. Buffet, 2005)

Dieser Krieg hat zwei zentrale wirtschaftspolitische Angriffspunkte gegen die Mehrheit der einfachen Menschen
  1. Die sukzessive Zertrümmerung sozialer Sicherungssysteme, die mit einer einkommensabhängigen (Beitrags-)Umverteilung ein würdiges Leben für alle Menschen garantieren sollten - jenseits von Leistung und Einkommen. Ungewollt ehrlich sprechen die "Funktionseliten" der Wirtschaft, Politik, Medien und Wissenschaft, von einem notwendigen "Systemwechsel", vom Solidarprinzip zum (privatisierten) Vermögensprinzip.

  2. Die Prekarisierung von Arbeits- und Lebenswelten mit dem Ziel, ein Regime der Angst und Erschöpfung zu etablieren. Ein Regime, das Junge und Alte, Lohnabhängige und Arbeitslose, Gesunde und Kranke, "Deutsche" und "EU-Ausländer" aufeinander hetzt, um deren Energie, darin zu überleben, als Gewinn abzuschöpfen.

Gegen Punkt zwei richtet sich unsere Aktion

Zug der Tagelöhner


Verfasst von Michael am Samstag, 19. Juni 2010 (88 Aufrufe)
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Jüterbog-Kommentar Es wurde befürchtet, war zu erwarten und nun ist es Wahrheit, Leiharbeit boomt wieder, wie in besseren Tagen. Verflogen scheint die Krise der Leiharbeit, wenn man den Aussagen von BZA oder IGZ glauben darf. Viele Jobs waren zu Beginn der Wirtschaftskrise „verloren“. Rund 300.000 Jobs sind nun wieder mit Leiharbeitern besetzt. Keine andere Branche profitiert so direkt von der wirtschaftlichen Belebung, die aus einem Konsumverzicht kommt.
[ Quelle: Duckhome ]

Der von der Sozialen Bewegung Land Brandenburg geplante

Zug der Tagelöhner

vom 19. Juli bis 28. Juli 2010 und die Kampagne

Gleiche Arbeit Gleiches Geld

[ www.gleichearbeit-gleichesgeld.de IG Metall ]
protestieren gegen die zunehmende Zerstörung der Arbeits- und Lebensverhältnisse.
Wir rufen alle gesellschaftlichen Kräfte auf, uns zu unterstützen!

Die Wirtschaft ist für die Menschen da!



Hier ein Bericht von der Basis, am Beispiel der Machenschaften der Firma Schlecker:

Elisabeth Monsig: Leiharbeiter "Dies ist nur ein bekanntes Beispiel, was Aufmerksamkeit durch seine Größenordnung erhielt. Fakt ist, dass dies seit Jahren die gängige Praxis ist und sogar vorm Gesundheitswesen nicht halt macht. Das populistische Gebaren von Frau von der Leyen kommt nahezu ein Jahrzehnt zu spät, das Kind ist schon längst in den Brunnen gefallen und bereits geformte Personaldienstleister lassen sich nicht mehr ohne weiteres aus der Wirtschaft tilgen.

Auch bleibt sie dem Bürger einen Lösungsansatz schuldig.
Bereits seit rund einem Jahrzehnt ist es in vielen Branchen üblich, dass bestimmte Arbeitsbereiche wie z.B. die Hauswirtschaft ausgegliedert in eine Tochtergesellschaft mit deutlich unter dem Schnitt liegenden Löhnen.

So sind bei vielen Arbeitnehmern/innen bei 3 Schicht, sprich bei Früh, Spät- und Nachtarbeit und sowohl Wochenend- und Feiertagsarbeit, nur wenig mehr als 1000 Euro Netto drin.

Abgerundet wird dies immer öfter mit Zeitverträgen.
Um hierbei die gesetzlichen Bestimmungen zu umgehen werden sowohl die Stellenbeschreibungen geändert als auch immer neue abenteuerliche Begründungen für eine Verlängerung ohne Festanstellung ausgesprochen, wie zum Beispiel das der Schwangerschaftsvertretung, obwohl in manchen betroffenen Arbeitsbereichen Kolleginnen bereits deutlich die 50 Jahre hinter sich gelassen haben.

Über 80% über Zeitarbeitsfirmen ausgeschriebenen Stellen auf der Seite der Arbeitsagentur eine deutliche Sprache.

Ich frage daher, wie möchte man die neoliberalen Untaten seit Schröder denn nun eindämmen? Hinter Frau von der Leyens Ansprache steckt nichts weiter als der klägliche Versuch den Zeitgeist populistisch zu erfassen.

Oder wird der politischen Klasse tatsächlich langsam klar, dass die Milchmädchenrechnung Zeitarbeit wirtschaftlich schädigend ist?

Keiner der unterbezahlten und seit Jahren in Zeitarbeit verstrickten Beschäftigten wagt große Schritte Richtung Eigenheim, Familiengründung oder Neuwagenanschaffung. Im gleichem Verhältnis mit dem die Zeitarbeit wächst sinkt zwangsläufig somit die Kaufkraft. Ergo, was der Unternehmer an Gehältern und als Lohnnebenkosten verunglimpften Sozialabgaben spart, verliert er langfristig im inländischen Absatz.
Schöne neue gedankenlose Welt…"

[ Quelle: Ein Leserbrief auf den NachDenkseiten ]


Die Zukunft unserer Arbeits- und Lebenswelt! - Nur eine Fiktion?

Wie Nomaden ziehen die Menschen auf der Suche nach Arbeit umher. Heute hier - morgen dort - nicht wissend was die Zukunft bringt. Sie bieten sich an für Hungerlöhne zu arbeiten. Für Stunden, Tage oder Wochen. Sie werden, als Leiharbeiter zu Konkurrenten ihrer Kollegen. Die Not zwingt sie sich zu verkaufen.

Ihre Familien werden zerstört. Ihre Kinder wachsen ohne Väter auf. Ihre Frauen ohne ihre Ehemänner.

Jugendliche, wenn sie denn eine Ausbildung bekommen haben, verlassen ihre Familien und ihre Heimat.

Die die zurück bleiben, rotten sich zusammen, ohne Zukunft und ohne Perspektiven.

Sie finden sie Halt in der Gruppe, wo sie ihre Sehnsucht und ihren Hunger nach Leben, nur noch in selbstzerstörerischem Kraft- und Agressionsverhalten ausleben können.

Als dumm und nicht ausbildungsfähig öffentlich verunglimpft und beschimpft, werden sie in Warteschleife- und Alibi-Maßnahmen der so genannten "Agentur für Arbeit", in Boot-Camps und zuletzt nur noch in Jugendgefängnissen verwahrt.

Eigene Familien zu gründen wird zu einem hohen, unkalkulierbaren Risiko. Wer bezahlt die Kredite z.B. für das Eigenheim nach einem Verlust des Arbeitsplatzes?

Die Alten, Kranken und Schwachen bleiben ebenfalls in der Heimat zurück. Sie werden in einem mörderisch privatisierten Pflegesystem, bestenfalls verwahrt und immer häufiger nur noch zu Tode gepflegt.

Nicht im Kreise der Familie, denn diese sind größtenteils schon zerstört, sondern vom gnadenlosen "Sachzwang" der Ökonomie der Pflegeanstalten.

Wir wollen arbeiten um gut leben zu können - und nicht um die Renditen der Finanzmärkte bedienen zu müssen.

Verfasst von Michael am Freitag, 21. Mai 2010 (225 Aufrufe)
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Jüterbog-Kommentar

Wie lange lassen wir das noch mit uns machen?

"Aachen. Der regionale Arbeitsmarkt stand im Fokus der zweiten Sozialkonferenz der Städteregion. Die Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, Politik, Kommunen, Gewerkschaften und der Arge sprachen über die Aktivierung Langzeitarbeitsloser, neue Möglichkeiten der kommunalen Betreuung von Hartz-IV-Empfängern und bekamen einen Tätigkeitsbericht der Arge."
[ Weiterlesen ... ]

M.M.:Ja ja so sind sie, unsere "Barmherzigen", die um das Wohl der armen älteren Erwerbslosen bemühten "Experten".

Warum kommt keiner auf die Idee, dass diese Arbeit tarifrechtlich entlohnt wird? Somit hätte der ALG II- abhängige wieder seine Bürgerrechte, soll heißen er hat Anspruch auf Urlaub, er kann seinen Wohnsitz verlassen, ohne seinen Fallmanager zu fragen.

Der Hausarrest würde auch wegfallen, denn der ALG II-abhängige hat eine Anwesenheitspflicht in seiner Wohnung.

[ ... ]

Warum entlässt man die Sklaven aus der Hartz IV Galeere nicht, und bietet ihnen diese Arbeit auf tarifrechtlichem Boden an?

Somit hätte der Sklave wieder seine Bürgerrechte zurück erhalten, und könnte ein selbstbestimmtes würdevolles Leben sich gestalten.
[ Quelle: Grilleau ]

M.M.: Nun. Man kann eben grade aufrechte Menschen nicht gebrauchen. Renitent zu sein ist ein Privileg welches bestenfalls dem "Steuerzahler" zusteht. Zumal er, "der Steuerzahler", nun wieder für die Verluste der Kapitalisten aufkommen muss. Die Fokussierung des Volkszorns auf die faulen Sozialschmarotzer hatte ja schon immer Methode.

Ich wiederhole mich:

Die derzeitigen Zustände sind das Ergebnis mangelnder Gegenwehr der Betroffenen.

Solange wir nicht aufstehen, besteht für die ganze Riege der Sozialtechnokraten aus Sozialverbänden, Gewerkschaften, Kirchen und sonstigen gesellschaftlichen Akteuren mit ihren sozialversicherungpflichtig Beschäftigten Hauptamtlichen und ihrem Riesenheer von hochdekorierten, "ehrenamtlich" Ausgebeuteten, keine Notwendigkeit, mehr als Dienst nach Vorschrift zu machen und um staatliche Almosen zu betteln.
Verfasst von Michael am Freitag, 21. Mai 2010 (171 Aufrufe)
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