Nicht einsam - gemeinsam gegen Sozialabbau
05. Sep 2010
 

Neuruppin

Neuruppin Im Oktober ballen sich in meinem Leben die Ereignisse und Gedenktage. Privates lasse ich hier mal weg.

Am 30. 10. ist Weltspartag. Ich habe nach sparsamster Haushaltsführung noch 1,34 Euro (Spaghettisauce und zwei Bier ?) in der Tasche und das Amt für Arbeitsmarkt hat korrekt festgestellt, dass mein Sparbuchguthaben von 5,22 Euro (Schonvermögen) nach sieben Jahren 2,21 Euro Kapitaleinkünfte erzielt hat..

Am 31.10. ist der Tag der Erwerbslosen. Unsere Gewerkschaften pflegten in den vergangenen Jahren eine kostenlose Armenspeisung zu veranstalten. Ich habe stets mit eigenen Aktionen dagegen protestiert (Wir lassen uns nicht abspeisen). Damals hatte ich noch Kraft und Verbündete, die Kräfte schwinden, Kontakte sind abgerissen.

Trotz Konjunkturflaute gibt es neue Stellen. Der schwarz-gelbe Vertrag signalisiert: Über 200 Mitarbeiter des kreislichen Amtes für Arbeitsmarkt werden unbefristet beschäftigt. Amtsleiter Lüdemann kündigt sogar Personalaufstockung an. Man wird Bescheide erlassen, unsinnige Auflagen verfügen und Sanktionen verhängen.

Gut, dass die rosa-rote Landesregierung auch die Zahl der Richter am Sozialgericht erhöht. Die prüfen und verwerfen dann häufig die Entscheidungen des Amtes. Mehr Menschen im Elend = mehr amtliche Verwalter und Betreuer. An dieser Stelle sei auch der Anwälte, Schuldnerberater, Suppenküchenbetreiber, Beschäftigungsgesellschafts-Manager und Bildungsinstitute gedacht deren Konjunkturaussichten so schlecht nicht sind, die in Urlaub fahren, manchmal spenden und im Bio-Laden „fair-trade“ Produkte kaufen.

Man vergleiche:
  • die DRK-Villa (Straße des Friedens) mit dem Keller der Kleiderkammer (Fehrbelliner Straße)

  • die Residenz des ALV (Krümelkiste) mit dem Tiefgeschoß der Tafel am Bullenwinkel

  • das Gehalt ungelernter „Fallmanager“ mit dem eines Hartz-IV- Empfängers.

Vertragsfreiheit macht nur dann Sinn, wenn man auf gleicher Augenhöhe verhandeln kann.

Ich kündige zum nächst möglichen Termin.

Achim Beyer/ Neuruppin

Verfasst von Achim am Samstag, 31. Oktober 2009 (257 Aufrufe)
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Neuruppin Leserbrief/Meinung

Die Stimme der Armen

Neuruppiner besuchten die Landesarmutskonferenz Brandenburg

In Brandenburg gibt es seit Januar 2009 eine Landesarmutskonferenz, in der 31 Organisationen und Initiativen mitwirken.

Am 15.07. stellte man die bisherige Arbeit in Potsdam der Presse vor.
Wir hörten bohrende Nachfragen der Journalisten und erschütternde Details in den Antworten.
Die NGO`s werden weiter zusammenarbeiten, Material sammeln und auswerten
und Forderungen an die Politik formulieren.

Der Sprecherrat vertagte sich auf den 31. August.
Termine für eine Konferenz zu vereinbaren ist ja immer schwierig.
Da gibt es vielfältige Gründe: Sommerurlaub, andere Funktionen……
Frank Eschholz, für die SBB im Sprecherrat, hatte einen besonderen Grund
für seine Terminschwierigkeiten: Armut !
Sein Ticket für die Anreise gilt erst ab 9:00 Uhr und kostet dann immerhin noch 19 Euro.
Da haben die Spitzenvertreter der Sozialverbände wohl andere Arbeitsbedingungen.

Armut ist konkret, und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist für Arme kaum noch zu verwirklichen.

Regine Hirscht
Achim Beyer
(SBB)


Verfasst von Achim am Samstag, 18. Juli 2009 (347 Aufrufe)
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Neuruppin Willkommen beim

„Aktionsbündnis Neuruppin“

29. 10. 2008

Aufruf sozialer Bündnisse aus den Kreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin


Die sozialen Bündnisse aus Kyritz, Neuruppin, Perleberg, Wittenberge und Wittstock trafen sich heute erneut, um sich mit den Realitäten der Hartz IV-Gesetzgebung und deren Auswirkungen zu beraten. Im Mittelpunkt stand dabei auch die 5. Bundesweite Demonstration gegen die Regierung am Samstag den 8. Novenber in Berlin.

Unter dem Motto: „Wer sich gegen Armut und Unterdrückung wehrt, lebt ehrenwert!“ haben Delegierten der Montagsdemos aus 56 Städten die Initiative dazu ergriffen.

Auch in unserer Region zeigt sich immer deutlicher:

Hartz IV führt immer mehr dazu, dass

  • Arbeiterinnen und Arbeitern Arbeitsverträge angeboten werden von denen Sie Ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können;

  • ebenso wie Kommunalkombi-Lohn-Empfänger, immer mehr Beschäftigte in Vollzeitjobs, nicht aus Hartz-IV-Leistungen herauskommen;

  • die Zahl derer ständig zunimmt, die ohne den bestehenden Tafeln, kaum Möglichkeiten haben die Ernährung ihrer Familien zu sichern;

  • mancherorts bis zu 30% der Kinder von der Armut ihrer Eltern betroffen, sie nicht die finanziellen Möglichkeiten haben für bestmögliche Schulabschlüsse und die Teilnahme an Klassenfahrten.

Gegen eine solche Politik wehren wir uns, werden am 8. November in Berlin Flagge zeigen und rufen die Menschen in unseren Regionen auf sich unserem Protest anzuschließen.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und nutzen Sie die Mitfahrmöglichkeiten, die wir Ihnen über Presse und Rundfunk anbieten.

Für den „Runden Tisch Wittstock“: gez. K.-H. Andryssek

Für das Bündnis Neuruppin: gez. Regine Hirscht

Für das „Kyritzer Aktionsbündnis gegen Sozialabbau und Hartz IV“: gez. Anette Bock

Für das „Prignitzer Aktionsbündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ und das Perleberger Aktionsbündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit : gez. Georg Emmermann

Verfasst von Anette / Regine am Sonntag, 26. Oktober 2008 (341 Aufrufe)
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Neuruppin

Gegen wachsende Armut


Die Aktionsbündnisse und Protestinitiativen gegen Sozialabbau aus Kyritz, Neuruppin, Perleberg und Wittstock haben am Montag, den 1. Oktober eine gemeinsame Protestkundgebung auf dem Wittstocker Marktplatz gegen die wachsende Armut in Deutschland durchgeführt.

Nun die Rede von Regine Hirscht zu dieser Kundgebung:

Wir haben uns getroffen, um gegen die stetig steigende Armut der Bevölkerung zu protestieren. Wenn ich mit einem teil der Bevölkerung rede, der nicht von Hartz IV oder Grundsicherung betroffen ist, höre ich oft: „Heute, wo fast jeder ein Auto besitzt, kann es doch keinem schlecht gehen.“

Die Bevölkerung war noch nie so arm wie heute und das gleich in zweifachem Sinn. Es fehlt an allem was Wert hat!

- die Achtung vor dem Menschen,
- das Verantwortungsbewusstsein der Regierenden,
- die Existenzgrundlage Arbeit,
- die gute Bildung, aus der eine wirkliche Demokratie erwachsen kann
- die Wärme der Gesellschaft, die Kinder brauchen.

Es fehlt sogar an einem Konzept, wohin will Deutschland mit seiner Bevölkerung.

Sie sehen, meine Damen und Herren, es gibt nichts was uns beruhigen kann, nur vieles was Angst macht! Diese Obrigkeit ist nicht an der Bekämpfung der Armut interessiert!!! Nur wenn die Regierenden, nicht wie Herr Müntefering sich fragen ob das erhöhte Kindergeld auch bei den Kindern ankommt, dürfen wir glauben, die da oben haben begriffen.
Da ich aber auch keinen Aufschrei der Abgeordneten im Bundestag, in Länderparlamenten und bei den Armutshütern der Gesellschaft, den Sozialverbänden, gehört habe, ist das wohl der neue Wahlkampf um die sogenannte Mitte die, die SPD mit diesen Worten eingeleitet hat.
Aber diese Äußerung disqualifiziert jeden Menschen, der über Wohl und Weh der Bevölkerung mit entscheidet.
Bitte fallt nicht auf das Geschwätz der Parteien rein, es ist noch ein Jahr, aber der Wahlkampf ist schon im vollem Gange. Die Parteien, die nicht mehr zu unterscheiden waren, suchen nach ihrem Profil – irgendwo wird es schon sein? Denn es wird Zeit die Einheitspartei wieder aufzulösen, die nur gegen die Arbeitslosen ins Feld gezogen ist.
Darum kämpft mit uns gegen Armut, gegen die falschen politischen Entscheidungen, Vermögen in sinnlose Kriege zu investieren, denn Demokratie bringt man nicht mit Bomben!!!
Darum äußert Euch, überschwemmt die Zeitungen mit Leserbriefen zu dem was hier gespielt wird, steht auf denn nur aufrechte Menschen können eine Politik einfordern, die Jedem nützt. Fordert ein Umdenken in der Gesellschaft. Nicht der Mensch wird für die Wirtschaft geboren! – nein, nein – die Wirtschaft und die Politik muss wieder der Bevölkerung dienen! Mindestlohn, kostenlose Bildung, kostenlose Gesundheitsversorgung, fordert eine Demokratie, die nicht von Lobbyisten des Kapitals gesteuert wird. Dann haben auch unsere Kinder eine Zukunft.

Verfasst von Regine am Samstag, 13. Oktober 2007 (620 Aufrufe)
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