
Die Soziale Bewegung Land Brandenburg und die Kampagne Reiches Land Arme Kinder
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Für ein Einkommen zum Auskommen
Erwerbslosen-Arbeitskreis gegen Armut
Von HEIDI BORCHERT
ZOSSEN Unter dem Motto "Zuckertüten reichen nicht", demonstrierte gestern der Erwerbslosen Arbeitskreis der IG Metall Ludwigsfelde (Ela) vor dem Zossener Arbeitsamt. Dies sei eine spontane Demonstration, sagte Mitinitiator Conrad Irrgang auf MAZ-Nachfrage. "Wir fordern damit, dass die Regelsätze für Hartz IV im Interesse der Kinder und der sozialen Ausgeglichenheit erhöht werden", erklärte der Zossener.
Das Geld, welches vom Kreis und von einigen Kommunen sozial benachteiligten Erstklässlern zum Schuljahresbeginn zur Verfügung gestellt wurde, sei schon eine gute Sache gewesen. "Aber Kinder gehen in der Regel zehn Jahre zur Schule. Eltern müssen die Möglichkeit haben, ihre Kinder über diesen Zeitraum hinweg ordentlich zu ernähren, ihnen ordentliches Schulmaterial zur Verfügung zu stellen und sie an Klassenfahrten oder anderen Aktivitäten teilhaben zu lassen", so Irrgang.
Darüber hinaus setzt sich der Ela für ein Einkommen zum Auskommen ein, das heißt für einen Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde. Damit geht der Erwerbslosen Arbeitskreis, der mit dem Verein für soziale Selbstverteidigung Jüterbog kooperiert, über den von den Gewerkschaften geforderten Mindestlohn von 7,50 Euro hinaus.
Die Resonanz auf die Demonstration am gestrigen Tag in Zossen war eher gering. Doch einige der Frauen und Männer, die das Arbeitsamt besuchten, ließen sich von Irrgang über die Aktivitäten des Erwerbslosen Arbeitskreises informieren. "Leider kommen die meisten erst zu uns, wenn sie schon in den Brunnen gefallen sind", konstatiert Dietmar Schulze, Ela-Mitstreiter aus Schöneiche. Axel Schumacher ist extra aus Wildau gekommen, um bei der Demo mitzumachen: "Zossen liegt für mich günstiger, als zum Beispiel Jüterbog oder Luckenwalde." Bei einer ähnlichen Aktion Ende August in der Kreisstadt seien ihnen die Menschen regelrecht nachgerannt.
Den Erwerbslosen Arbeitskreis der IG Metall Ludwigsfelde gibt es seit etwa einem Jahr. Mitmachen könne jeder, auch Nichtgewerkschaftler, "der sich nicht mit den gegenwärtigen Erscheinungen der Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die aktive Arbeitswelt abfinden wollen", ist auch auf dem Flugblatt zu lesen, das Irrgang und seine Kollegen gestern vor dem Arbeitsamt verteilten. Zu den Zielen des Ela zählt auch, das Selbstbewusstsein der Erwerbslosen zu stärken, sie zu politischem und gewerkschaftlichem Handeln zu bringen sowie Widerstandswillen zu erzeugen. Eine weitere Aktion des Ela ist für den 1. November in Ludwigsfelde geplant.
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