Nicht einsam - gemeinsam gegen Sozialabbau
05. Sep 2010
 
Jüterbog-Kommentar Es wurde befürchtet, war zu erwarten und nun ist es Wahrheit, Leiharbeit boomt wieder, wie in besseren Tagen. Verflogen scheint die Krise der Leiharbeit, wenn man den Aussagen von BZA oder IGZ glauben darf. Viele Jobs waren zu Beginn der Wirtschaftskrise „verloren“. Rund 300.000 Jobs sind nun wieder mit Leiharbeitern besetzt. Keine andere Branche profitiert so direkt von der wirtschaftlichen Belebung, die aus einem Konsumverzicht kommt.
[ Quelle: Duckhome ]

Der von der Sozialen Bewegung Land Brandenburg geplante

Zug der Tagelöhner

vom 19. Juli bis 28. Juli 2010 und die Kampagne

Gleiche Arbeit Gleiches Geld

[ www.gleichearbeit-gleichesgeld.de IG Metall ]
protestieren gegen die zunehmende Zerstörung der Arbeits- und Lebensverhältnisse.
Wir rufen alle gesellschaftlichen Kräfte auf, uns zu unterstützen!

Die Wirtschaft ist für die Menschen da!



Hier ein Bericht von der Basis, am Beispiel der Machenschaften der Firma Schlecker:

Elisabeth Monsig: Leiharbeiter "Dies ist nur ein bekanntes Beispiel, was Aufmerksamkeit durch seine Größenordnung erhielt. Fakt ist, dass dies seit Jahren die gängige Praxis ist und sogar vorm Gesundheitswesen nicht halt macht. Das populistische Gebaren von Frau von der Leyen kommt nahezu ein Jahrzehnt zu spät, das Kind ist schon längst in den Brunnen gefallen und bereits geformte Personaldienstleister lassen sich nicht mehr ohne weiteres aus der Wirtschaft tilgen.

Auch bleibt sie dem Bürger einen Lösungsansatz schuldig.
Bereits seit rund einem Jahrzehnt ist es in vielen Branchen üblich, dass bestimmte Arbeitsbereiche wie z.B. die Hauswirtschaft ausgegliedert in eine Tochtergesellschaft mit deutlich unter dem Schnitt liegenden Löhnen.

So sind bei vielen Arbeitnehmern/innen bei 3 Schicht, sprich bei Früh, Spät- und Nachtarbeit und sowohl Wochenend- und Feiertagsarbeit, nur wenig mehr als 1000 Euro Netto drin.

Abgerundet wird dies immer öfter mit Zeitverträgen.
Um hierbei die gesetzlichen Bestimmungen zu umgehen werden sowohl die Stellenbeschreibungen geändert als auch immer neue abenteuerliche Begründungen für eine Verlängerung ohne Festanstellung ausgesprochen, wie zum Beispiel das der Schwangerschaftsvertretung, obwohl in manchen betroffenen Arbeitsbereichen Kolleginnen bereits deutlich die 50 Jahre hinter sich gelassen haben.

Über 80% über Zeitarbeitsfirmen ausgeschriebenen Stellen auf der Seite der Arbeitsagentur eine deutliche Sprache.

Ich frage daher, wie möchte man die neoliberalen Untaten seit Schröder denn nun eindämmen? Hinter Frau von der Leyens Ansprache steckt nichts weiter als der klägliche Versuch den Zeitgeist populistisch zu erfassen.

Oder wird der politischen Klasse tatsächlich langsam klar, dass die Milchmädchenrechnung Zeitarbeit wirtschaftlich schädigend ist?

Keiner der unterbezahlten und seit Jahren in Zeitarbeit verstrickten Beschäftigten wagt große Schritte Richtung Eigenheim, Familiengründung oder Neuwagenanschaffung. Im gleichem Verhältnis mit dem die Zeitarbeit wächst sinkt zwangsläufig somit die Kaufkraft. Ergo, was der Unternehmer an Gehältern und als Lohnnebenkosten verunglimpften Sozialabgaben spart, verliert er langfristig im inländischen Absatz.
Schöne neue gedankenlose Welt…"

[ Quelle: Ein Leserbrief auf den NachDenkseiten ]


Die Zukunft unserer Arbeits- und Lebenswelt! - Nur eine Fiktion?

Wie Nomaden ziehen die Menschen auf der Suche nach Arbeit umher. Heute hier - morgen dort - nicht wissend was die Zukunft bringt. Sie bieten sich an für Hungerlöhne zu arbeiten. Für Stunden, Tage oder Wochen. Sie werden, als Leiharbeiter zu Konkurrenten ihrer Kollegen. Die Not zwingt sie sich zu verkaufen.

Ihre Familien werden zerstört. Ihre Kinder wachsen ohne Väter auf. Ihre Frauen ohne ihre Ehemänner.

Jugendliche, wenn sie denn eine Ausbildung bekommen haben, verlassen ihre Familien und ihre Heimat.

Die die zurück bleiben, rotten sich zusammen, ohne Zukunft und ohne Perspektiven.

Sie finden sie Halt in der Gruppe, wo sie ihre Sehnsucht und ihren Hunger nach Leben, nur noch in selbstzerstörerischem Kraft- und Agressionsverhalten ausleben können.

Als dumm und nicht ausbildungsfähig öffentlich verunglimpft und beschimpft, werden sie in Warteschleife- und Alibi-Maßnahmen der so genannten "Agentur für Arbeit", in Boot-Camps und zuletzt nur noch in Jugendgefängnissen verwahrt.

Eigene Familien zu gründen wird zu einem hohen, unkalkulierbaren Risiko. Wer bezahlt die Kredite z.B. für das Eigenheim nach einem Verlust des Arbeitsplatzes?

Die Alten, Kranken und Schwachen bleiben ebenfalls in der Heimat zurück. Sie werden in einem mörderisch privatisierten Pflegesystem, bestenfalls verwahrt und immer häufiger nur noch zu Tode gepflegt.

Nicht im Kreise der Familie, denn diese sind größtenteils schon zerstört, sondern vom gnadenlosen "Sachzwang" der Ökonomie der Pflegeanstalten.

Wir wollen arbeiten um gut leben zu können - und nicht um die Renditen der Finanzmärkte bedienen zu müssen.

Verfasst von Michael am Freitag, 21. Mai 2010 (310 Aufrufe)
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