Nicht einsam - gemeinsam gegen Sozialabbau
05. Sep 2010
 
Jüterbog-Kommentar ... und vom protestieren.

Das Wort "Sparen" ist in unserer Gesellschaft positiv besetzt und wird von den meisten Menschen deshalb kritiklos abgenickt.

Deshalb hier mal etwas zum Nachdenken:

  1. Partialsatz: Je geringer die Ausgaben, desto größer der Einnahmeüberschuß. “Sparen” (“Konsumverzicht”) im Sinne einer Einschränkung der Ausgaben und “Sparen” im Sinne der Bildung eines Einnnahmeüberschusses sind also positiv korreliert.

  2. Größenmechanik: Es besteht keinerlei Korrelation zwischen Sparen im Sinne eines Ausgabenrückgangs und Sparen im Sinne eines Einnahmenüberschusses. Vielmehr führt ein Ausgabenrückgang einer Gruppe nur dann zu einem Einnahmeüberschuß, wenn die Komplementärgruppe einen Ausgabeüberschuß vor- oder hinnimmt. Andererseits kommt es bei jeder Gruppe auch ohne Ausgabenrückgang stets zu einem Einnahmenüberschuß, wenn die Komplementärgruppe einen solchen Ausgabenüberschuß vornimmt.

  3. Globalsatz: Ein Ausgabenrückgang führt stets zu einem Einnahmerückgang und nie zu einem Einnahmeüberschuß.
(Wolfgang Stützel, Volkswirtschaftliche Saldenmechanik, S. 74)
[ Quelle: weissgarnix ]
Wenn man das mal begriffen hat, tritt der Umverteilungsmechanismus von unten nach oben, klar und deutlich hervor. Das, was "wir" sparen sollen, kommt "anderen" zu Gute.
Übrigens, heute ist der 17. Juni !!!
Als die Welt noch fein säuberlich in den "bösen" Sozialismus und den "guten" Kapitalismus geordnet war, gingen an diesem Tag die Arbeiter massenhaft auf die Straße. Ausgelöst durch Erhöhung der Leistungsanforderungen, was einer Lohnsenkung gleichkam, entwickelten sich die Proteste dermaßen stark, dass sich der "Große Bruder" gezwungen sah millitärische Gewalt einzusetzen, um den Staat zu "retten".

Man stelle sich einmal vor, die seit Jahren mit Lohnsenkungen lebenden Arbeitern in unserem "kapitalistischen Paradies", und ganz besonders diejenigen die in der DDR aufwuchsen, würden sich plötzlich an den Arbeiteraufstand des 17. Juni erinnern und würden ebenso massenhaft auf die Straße gehen.
Verfasst von Michael am Donnerstag, 17. Juni 2010 (126 Aufrufe)
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