Nicht einsam - gemeinsam gegen Sozialabbau
05. Sep 2010
 
Texte

Der »Zug der Tagelöhner« erreicht Berlin


Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, mit ihrer persönlichen Anwesenheit unseren Protest zu unterstützen.

Der »Zug der Tagelöhner« erreicht am Mittwoch gegen 14 Uhr sein Ziel Berlin, wo er am Brandenburger Tor begrüßt wird. Weitere Stationen: 15 Uhr, Treppe vor dem Reichstagsgebäude; 16 Uhr: Abschlussdebatte in der Berliner Passionskirche „Heilig-Kreuz“.
Auf unserer Tour haben wir die Bürgerinnen und Bürger befragt, welche Wünsche und Forderungen sie uns an den Bundestag mitgeben möchten und gebeten, diese aufzuschreiben. Diese Liste ist lang geworden! Neben Forderungen für eine humanere Arbeitswelt, die statt Profitinteressen den Menschen dient, umfasst sie alle Bereiche des täglichen Lebens. Diese Forderungsrolle werden wir vor dem Reichstag an Halina Wawzyniak, Mitglied des Bundestages übergeben.
Anschließend fahren wir zur Berliner Passionskirche „Heilig-Kreuz“, Zossener Straße 65, wo gegen 16 Uhr die Abschlussveranstaltung stattfindet. Wir laden gemeinsam mit unseren Berliner Bündnispartnern alle Interessierten zu einer offenen Gesprächsrunde mit uns ein.


Hier nun die Impressionen von den ersten Stationen unseres Zuges aus Luckenwalde, Jüterbog, Finsterwalde, Eisenhüttenstadt, Schwedt, Angermünde und Eberswalde.

1.Tag: Montag 19. Juli: Die erste Station der Tagelöhner - die ARGE Luckenwalde. Hier meldeten sich die "Kunden" dieser Behörde für die zehntägige Tour durch Brandenburg zwecks Arbeitssuche ab.
Hintergrund: Hartz-IV-Empfänger müssen jede Ortsabwesenheit bei ihrer zuständigen Behörde anmelden, bzw. sich genehmigen lassen. Die Tagelöhner prangerten diese entwürdigende Praxis unter großem medialen Interesse an (siehe auch Bilder 2 und 3).



Noch am selben Tag, Ankunft in Jüterbog auf dem Marktplatz. Auch hier waren Presse und verschiedene Organisationen erschienen. Die Betroffenen haben wir allerdings vermisst.

Bild 4: Frontfahrzeug vor dem Rathaus.



2.Tag: Dienstag 20. Juli, 3. Station: Finsterwalde:
Kern des Programms auf dem Finsterwalder Marktplatz war eine Podiumsdiskussion, zu der der Verein "Soziale Offensive Finsterwalde e.V." eingeladen hatte. Leider waren viele Podiumsgäste, zum Teil ohne jegliche Rückmeldung ferngeblieben. Vor allem die Vertreter aus der regionalen Wirtschaft haben wir vermisst. So diskutierten im Podium als Gewerkschaftsvertreter Frank Ernicke von der IG-Metall, Frau Leis von der Caritas Finsterwalde und Michael Maurer, Tourteilnehmer vom "Verein für soziale Selbstverteidigung e.V." aus Jüterbog mit dem Publikum über die Zukunft unserer Arbeitswelt.
Mitorganisatoren der Finsterwalder Veranstaltung waren die örtliche Gewerkschaft, insbesondere der "Gewerkschaftliche Erwerbslosen-Arbeitskreis Südbrandenburg" (GELA) und der Kreisverband DIE LINKE Elbe-Elster.


3.Tag: Mittwoch 21. Juli, Cottbus.
"An der Stadt Cottbus sollten wir nicht einfach vorbeifahren" entschloss sich der Tagelöhnerzug spontan und bog ins Stadtzentrum ab. Die vielen interessanten Gespräche mit den Passanten bestätigten die Richtigkeit dieser Entscheidung (auch Bilder 7 und 8).
"Hallo, also ihr seid die fahrenden Tagelöhner" und "ihr seid doch in Cottbus gar nicht angekündigt, toll dass ihr trotzdem da seid", diese Popularität erstaunte und erfreute uns!



Abfahrt zum nächsten Ziel nach Eisenhüttenstadt.


4.Tag: Donnerstag 22. Juli, Eisenhüttenstadt: Nach Ankunft am Abend vorher fand am Donnerstag in Eisenhüttenstadt unsere Aktion vor dem Amt für Grundsicherung und Beschäftigung, gemeinsam mit dem Bündnis "Montagsdemo Eisenhüttenstadt" und mit Vertretern der Gewerkschaft BAU statt. Bei den Gesprächen mit den Hartz-IV-Betroffenen wurde, wie auch auf den Stationen zuvor, Infomaterial vereilt, Unterschriften und Bürgermeinungen z.B. auf unserer Forderungsrolle gesammelt.



Am Nachmittag machte der Zug der Tagelöhner auf dem Schwedter Marktplatz halt, wo er von den dortigen Bündnispartnern empfangen wurde.



5.Tag: Freitag 23. Juli, Angermünde: Nach der Übernachtung in Schwedt führte der Weg vor das Grundsicherungsamt in Angermünde, wo mit der Angermünder Bürgergemeinschaft gegen Sozialabbau ein "Sklavenmarkt" veranstaltet wurde. Bei dieser Aufführung wurden erwerbslose Arbeitskräfte "versteigert". Begeistert über die günstigen Konditionen nahmen Firmenchef und Privatbürger die feilgebotenen Arbeitskräfte in Augenschein. Begeistert war auch der Verleiher, der zu Lasten der Arbeitskräfte kräftig mitverdiente. Widerspruch regte sich anfangs nur von Seiten des Gewerkschaftsvertreters, bis, ja bis letztendlich die Geschäftemacherei platzte, weil die Lohnsklaven aufbegehrten und streikten.
Nur ein schöner Traum?!



Anschliessend ging es weiter nach Eberswalde, wo die zweite Veranstaltung dieses Tages stattfand.






Verfasst von Michael am Samstag, 24. Juli 2010 (212 Aufrufe)
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