Pressemitteilung der SBB - (Jüterbog, den 07.02.2010) -
Am 9.2.2010 steht das Bundesverfassungsgericht vor einer Entscheidung welche weitreichende konsequenzen für unsere Gesellschaft hat.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband erwartet zumindestens für die Hartz-IV- Eckregelsätze der Kinder ein im Sinne der Betroffenen ein positives Urteil.
Fünf lange Jahre hat es gedauert bis den Opfern der so genannten Arbeitsmarktreformen, welche von den Hartz-Parteien (SPD/GRÜNE/CDU/CSU/FDP) bis heute getragen wurden und bis heute noch befürwortet werden, nämlich
den unschuldigen Kindern von Hartz-IV-Eltern endlich das zugestanden wird, was für eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben notwendig ist.
Die Opfer, das heisst die unschuldigen Kinder und deren Bedarfssätze, stehen zwar im Mittelpunkt der Entscheidung, doch die Erhöhung dieser Bedarfssätze bringen automatisch das so genannte "
Lohnabstandsgebot" in die öffentliche Diskussion.
Fünf Jahre nach seiner Einführung am 1. Januar 2005 hat sich Hartz-IV, wie von den Hartz-Parteien gewünscht, zu einem
Lohnsubventionssystem für Industrie, Handwerk, Handel, Dienstleistung und Öffentlicher Dienst entwickelt.
Hartz-IV ermöglichte es ihnen Löhne entlang der
Sittenwidrigkeitsgrenze zu senken. Den Restbetrag, das bisschen was nötig ist zum Existenzminimum, "
zahlt der Steuerzahler". Genau jener Steuerzahler welcher den Empfängern von Hartz-IV-Leistungen, moralin-triefend und sanktions-bedrohend, vorgehalten wird um ihn zu zwingen
Hungerlohn-Jobs anzunehmen.
Der Steuerzahler, der diese Praxis "gerecht" findet, sollte bedenken das er mit dieser Haltung der Senkung seiner eigenen Löhne zustimmt.
Wir, die Soziale Bewegung Land Brandenburg, fordern in einem ersten Schritt die
Erhöhung des Regelsatzes auf
500,- ¤ (repressionsfrei), eine Senkung der Wochenarbeitszeit auf
30 Stunden und einen Mindestlohn von
10,- ¤ die Stunde (Netto).
500 - 30 - 10
lautet unsere Losung.
Das dazu notwendige Geld muss über steuerliche Umverteilung zur Verfügung gestellt werden. Nichtregierungsorganisationen wie attac und viele andere fordern schon lange solche Umverteilungsprozesse (Tobinsteuer, Börsenumsatzsteuer usw.).
Wir fordern die Menschen in unserem Lande auf, sich nicht länger von solchen Begriffen wie "
Reichensteuer" in die Irre und gegeneinander ausspielen zu lassen. Denn die Grenze dessen was als "
reich" zu bezeichnen ist, wird von den Gegnern der Umverteilung ganz bewusst
niedrig angesetzt um so die politische Umsetzbarkeit zu verhindern.